Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Fitness

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Jeder, der schon einmal mit einer dicken Grippe im Bett lag, sich einen Knochen gebrochen hat oder auch nur einen Schnupfen hatte, der weiß, dass Krankheiten jeglicher Art schnell auch auf das Gemüt schlagen können. Wenn sich unser Körper schwach und ausgelaugt fühlt, dann fühlen auch wir uns geistig ausgelaugt. Auf der anderen Seite kann ein Training im Fitnessstudio dazu führen, dass wir uns viel besser fühlen und glücklich sind. Genau aus diesem Grund wird regelmäßiger Sport sogar als Teil der Therapie bei Depressionen verwendet. Den genauen Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Fitness versuchen Forscher noch immer zu untersuchen. Dass dieser Zusammenhang aber besteht, daran zweifelt heute kaum mehr jemand.

Schlechtes Essen und Vireninfektionen verbreiten schlechte Stimmung

In einem sind sich Experten inzwischen einig. Wer viele fetthaltige Speisen zu sich nimmt, der fühlt sich psychisch schlechter. Ähnliches gilt bei einer Ernährung mit wenig frischen Lebensmitteln oder wenn man zu viel isst. Fehlen dem Körper wichtige Spurenelemente oder fühlt er sich „vollgestopft“, so ist auch unser Gedankenprozess negativer. Das passiert auch bei Mangelernährungen, denn wenn wir zum Beispiel an einem Eisenmangel leiden, dann sind wir unkonzentrierter und fühlen uns schnell antriebslos. Es wird sogar davon ausgegangen, dass übermäßiger Fast Food Konsum sogar depressiv machen kann. Vor diesem Hintergrund wirkt eine gesunde Ernährung noch viel wichtiger.

Aber der Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Fitness geht noch weiter. Durch Experimente an Mäusen fand man heraus, dass längere Virusinfektionen ebenfalls zu Depressionen führen können. Die ständigen Schmerzen, die Schlaflosigkeit, oder auch Appetitlosigkeit schlagen auf das Gemüt des Erkrankten. Darüber hinaus sind die chemischen Prozesse in unserem Körper hochkomplex. So soll das Protein CXCL 10, das im Körper eigentlich die Immunabwehr unterstützen soll, gleichzeitig die Nervenzellen im Gehirn blocken, die für das Lernen zuständig sind. Dieses Blocken der Nervenzellen, was zur Verringerung der Lernfähigkeit und allgemeine Aufnahmefähigkeit führt, wird auch bei Depressionen beobachtet. Bis in die letzten Jahrzehnte waren viele Forscher davon überzeugt, dass kein Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Fitness bestehe. Doch das hat sich in den letzten Jahren stark verändert, spätestens mit der weiteren Erforschung des Placebo-Effekts.

Der Placebo- und Nocebo-Effekt

Als Placebo bezeichnet man allgemeinhin Arzneimittel, die eigentlich gar keinen echten Wirkstoff enthalten, aber trotzdem die Gesundheit der Patienten verbessern. Es wurde in verschiedensten Studien festgestellt, dass allein die Erwartung, man würde eine Medizin bekommen, die hilft, dazu führt, dass sich der Patient tatsächlich besser fühlt. Das Gleiche gilt übrigens für Alternativ-medizinische-Behandlungen. Allein die Erwartung, es würde einem nach einer Hypnose oder nach alternativen Heilungsriten besser gehen, können für einen positiven Effekt bei der Heilung sorgen.

Das funktioniert leider auch anders herum. Der sogenannte Nocebo-Effekt ist das genaue Gegenteil. Schon das Lesen eines Beipackzettels kann nachweislich dafür verantwortlich sein, dass man die dort beschriebenen Nebenwirkungen bekommt. Ebenfalls kann dieser Effekt dazu führen, dass wir auf Medikamente schlechter reagieren, wenn wir im Vorfeld von Verwandten oder Bekannten negative Erfahrungen berichtet bekommen haben. Dabei spielt die Angst um die eigene Gesundheit eine entscheidende Rolle. Besonders sensible und depressive Menschen neigen dazu, sich sehr um die körperliche Fitness zu sorgen und jede Behandlung genaustens zu durchdenken, was den Körper in Alarmbereitschaft setzt und Stress-Hormone ausschüttet. Und die können dann zu echten Krankheiten und Nebenwirkungen führen.

Stress als Brücke zwischen körperlicher und seelischer Fitness

Menschen mit Depression haben laut einer amerikanischen Studie ein 45 Prozent höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Gleiches gilt für Menschen, die unter Dauerstress leiden. Vermutlich verantwortlich dafür ist, dass unser Gehirn bei Stress das Hormon Cortisol ausschüttet. Dieses schwächt nachweislich das Immunsystem und macht uns somit anfälliger für Krankheiten aller Art. Es ist schon beeindruckend, aber auch teilweise negativ erstaunlich zu sehen, wie sehr unsere Gedanken und unser alltäglicher Lebensstil unsere körperliche und seelische Fitness beeinflussen. Welche chemischen Prozesse und synaptischen Verknüpfungen genau für das Entstehen von Krankheiten aller Art, Stress und Unwohlsein verantwortlich sind, muss noch erforscht werden. Fakt ist aber, dass der Spruch „healthy body, healthy mind“ mehr als nur eine leere Floskel ist. Deswegen raten wir euch hier noch einmal, regelmäßig Sport zu treiben, euch gut zu ernähren und natürlich auch mal so richtig zu entspannen.


Photo by Kinga Cichewicz via Unsplash

 

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