E-Sports – Sport oder nicht Sport, das ist hier die Frage!

E-Sports ist ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen mithilfe von Computerspielen. Seit Jahren schon gewinnt das professionelle Spiel an der Konsole oder am Computer an Relevanz in der öffentlichen Wahrnehmung. Immer mehr professionelle Spieler treten ins Scheinwerferlicht, immer mehr Vereine bauen sich eigene Teams auf. Doch wie sieht es mit dem Stellenwert in der Gesellschaft aus?

E-Sport – Sportart ohne Unterstützung

Ist E-Sport denn ein Sport? Laut eines Gutachtens aus dem August dieses Jahres jedenfalls nicht. Auf 120 Seiten wurden den professionellen Computerspielen die körperlichen Anforderungen abgesprochen. Auch die geistigen Herausforderungen. Doch warum möchte man überhaupt zu den offiziellen Sportarten gehören? Die Gründe dafür sind relativ einfach: als organisierter Sport erhalten Vereine mehr Anerkennung und Gemeinnützigkeit. Sie sind Teil der Kultur und genießen unter anderem steuerliche Vorteile. Im Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) organisierte Vereine können zusätzliche Fördermittel erhalten. Doch die körperlichen Voraussetzungen eines Sports sind bei der digitalen Variante gegeben. Das bestätigen sowohl Fitnessexperten, als auch Ärzte. Während zum Beispiel Boccia, Darts oder Tischfußball offiziell als Sport gelten, weigert sich der DOSB weiterhin stringent gegen die Ernennung von E-Sports als Sportart. Das Verrückte dabei ist, dass bereits existierende Vereine in Deutschland, zum Beispiel einige Bundesliga-Mannschaften, eigene E-Sports-Abteilungen gegründet haben.

Weltmeister in einer nicht offiziellen Sportart?

Seit März dieses Jahres hat der Deutsche Fußball-Bund sogar ein eigenes E-Sport-Nationalteam gegründet. Zwar schied die deutsche E-Nationalmannschaft, bestehend aus den Bremer Spielern Mohammed „MoAuba“ Harkous und Michael „MegaBit“ Bittner, bei der Weltmeisterschaft etwas unglücklich in der Vorrunde aus. Bei der Club-Weltmeisterschaft im August jedoch setzte sich „MoAuba“ die Krone auf. Vor allem die E-Sports-Mannschaft von Werder Bremen, aktueller E-Sports-Bundesliga-Meister, ist durchaus international angesehen, auch wenn Weltmeister „MoAuba“ vor Kurzem in die Schweiz wechselte.

Der Amateurbereich des E-Sports ist in jedem Fall schon einmal des Prädikats der „Sportart“ würdig. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 200 eingetragene Vereine. Nur eben ohne die Unterstützung einer „richtigen“ Sportart. Meist ohne Vereinsheim, Stadion oder finanzieller Unterstützung als Kulturgut.

E-Sports – eine „Sportart“ mit vielen Facetten

E-Sports ist eine Sportart, die ihre Anfänge in Deutschland, vor allem über Streaming-Plattformen wie Twitch, Hitbox oder YouTube hatte. Vor allem die Vielfalt des E-Sports ist eine der größten Stärken. Denn nicht nur die Sportsimulationen gehören zu dem Spielrepertoire. Auch in den Multiplayer Online Battle Arena-Spielen DOTA2 und League of Legends, Echtzeit-Strategiespielen wie Starcraft 2 oder Shootern wie Counter-Strike oder Overwatch, finden seit Jahren Ligaspiele statt.
In Fortnite fand im Juli außerdem die erste Fortnite-Weltmeisterschaft statt. Hier traten zu Beginn 40 Millionen Spieler an, welche um ein Preisgeld von 26,8 Millionen Euro kämpften.

Aber ist die Erklärung des DOSBs jetzt das Todesurteil für den E-Sport? Nicht wirklich. Natürlich sind die bereits angesprochenen Vorteile offizieller Vereine nicht nur von moralischer, sondern auch von finanzieller Natur. Aber wie man an der Fortnite-WM bereits gesehen hat, scheint es beim E-Sport an finanziellen Mittel nicht zu mangeln. Kommerzielle Geldgeber und private Investoren unterstützen die digitalen Wettkämpfe bereits seit Jahren. In Südkorea gibt es eigene Fernsehsender, die sich voll auf Starcraft 2 spezialisiert haben. Der Aufstieg des E-Sports ist aktuell nicht aufzuhalten, offizieller Sport hin oder her. Und wer weiß, vielleicht wird ja spätestens mit ein paar mehr Weltmeister-Titeln auch der DOSB Gefallen an dieser modernen Sportart finden. So wie es bereits mit Tischfußball oder Boccia geschah.

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Image by Florian Olivo via Unsplash

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